Armin Boehms „Untitled (Zhwar Kili)“ in der Videoreihe „Kunst nach 1945“

27.08.2010

Für unsere Videoserie, in der wir regelmäßig Werke aus der Sammlung „Kunst nach 1945“ vorstellen, haben wir den Maler Armin Boehm befragt. Er spricht über sein Gemälde „Untitled (Zhwar Kili)“ aus dem Jahr 2007, seine Herangehensweise an Bildthemen, den Herstellungsprozess und die Bedeutung von Malerei als besondere Wahrnehmungsfläche.

Boehm setzt sich in seinem Werk mit dem Tafelbild zwischen Abstraktion und Figuration auseinander. Seine meist großformatigen Leinwandbilder, deren Grundlage Fotografien, Erinnerung und Zeichnung gleichermaßen sind, zeigen Landschaften und Orte mit besonderer Bedeutung. Dem Gemälde „Untitled (Zhwar Kili)“, das 2007 entstanden ist, liegt eine nächtliche Satellitenaufnahme eines Terroristenlagers in Afghanistan zugrunde. Für Boehm ist das ein Ort, der eine Bruchstelle markiert, an der der „Zivilisationsvertrag, den man mit der Realität hat“ nicht mehr gilt. Bei dem Schauplatz thematisiert er nicht die gewalttätigen Geschehnisse, sondern akzentuiert den Aspekt des Geheimnisvollen und Undurchschaubaren. Boehm reduziert das Farbspektrum, das in seinen früheren Arbeiten noch breit angelegt war, weitgehend auf gebrochene Farben und präzise angemischte Farbverläufe in Grautönen. Auf der in mehreren Schichten bearbeiteten Bildoberfläche sind einzelne Lichtpunkte über ein Liniennetz miteinander verbunden. In deren Lichtkegeln lassen sich bei näherer Betrachtung geometrische Formen ausmachen, Hinweise auf Gebäude des Camps, die auf geheimnisvolle Weise miteinander in Verbindung zu stehen scheinen. „Malerei“, so Boehm, „ist in der Lage, bestimmte Zwischenzustände, die man mit der Sprache nicht eindeutig benennen kann, einzufangen“.

Biografie

Armin Boehm wurde 1972 in Aachen geboren. Er studierte ab 1995 an der Staatlichen Kunstakademie Münster und bis 2001 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Konrad Klapheck. 1998 erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes und 2001 ein Stipendium der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf für die „Cité Internationale des Arts“ in Paris. Armin Boehm lebt und arbeitet in Berlin.

Dorothea Apovnik, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Peter Roehrs „Schwarze Tafeln“ in der Videoreihe „Kunst nach 1945“

28.06.2010

In unserer Videoserie stellen wir Ihnen regelmäßig Werke aus der Sammlung „Kunst nach 1945“ vor. In dem aktuellen Video spricht der Sammler und Galerist Paul Maenz über das 1966 entstandene Werk „Schwarze Tafeln“ von Peter Roehr. Maenz verband mit dem Frankfurter Künstler bis zu dessen frühem Tod eine enge Freundschaft, er war ein wichtiger Förderer Peter Roehrs und verwaltet dessen Nachlass. Das Video behandelt die „Schwarzen Tafeln“ und vermittelt zugleich einen Eindruck von der Künstlerpersönlichkeit Roehrs.


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Die „Schwarzen Tafeln“ sind das wichtigste Werk im kurzen, aber äußerst produktiven Schaffen Peter Roehrs. Als der 1944 in Lauenburg geborene Künstler 1968 in Frankfurt im Alter von nur 23 Jahren starb, hinterließ er ein Œuvre von großer Geschlossenheit und erkennbarer Rigidität, auf das sich viele Künstler der 1960er- und 1970er Jahre bezogen. Seine rund 600 Arbeiten verfolgen ausnahmslos die Idee der seriellen Wiederholung: aus gefundenem Alltagsmaterial montierte Roehr (mehr oder weniger) quadratische Collagen oder Assemblagen. So enstand ein erstaunlich kohärentes Konvolut aus Foto-, Text-, Typo-, Objekt-, Ton- und Film-Montagen.

Die „Schwarzen Tafeln“ bilden den Höhepunkt seines Schaffens und markieren einen zentralen und signifikanten Bruch: Mit ihnen verschwindet das fotografische Abbild aus Roehrs Werk. Die „Schwarzen Tafeln“ bestehen aus zehn großformatigen Arbeiten von je 119 x 119 cm, die wiederum jeweils aus je 35 mattschwarzen Täfelchen aus dem Fundus des Schaufensterdekorateurs zusammengesetzt sind. In ihrer formalen und inhaltlichen Radikalität bilden sie eine beeindruckende Reihe „Letzter Bilder“, die nichts abbilden außer ihrer schwarzen Oberfläche.

1966 entstanden, wurden die „Schwarzen Tafeln“ zum ersten Mal 1967 in der Galerie Adam Seide gezeigt. Das Städel präsentierte die Arbeit 40 Jahre nach der Erstpräsentation zum ersten Mal wieder in Frankfurt im Rahmen der Ausstellung „Peter Roehr – Werke aus Frankfurter Sammlungen“ (28. November 2009 bis 7. März 2010), einem Gemeinschaftsprojekt von Städel Museum und MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main. In dieser Ausstellung sprachen wir mit Paul Maenz über die „Schwarzen Tafeln“, aber auch über die Künstlerpersönlichkeit Roehr. Nach der Fertigstellung des Erweiterungsbaus im Herbst 2011 wird dieses Hauptwerk von Peter Roehr dauerhaft im Städel gezeigt werden.

Biografie
Peter Roehr wurde 1944 in Lauenburg geboren. Zunächst absolvierte er von 1959 bis 1962 eine Lehre als Leuchtreklame- und Schilderhersteller in Frankfurt. Anschließend besuchte er bis 1965 die Werkkunstschule in Wiesbaden. 1964 lernte er Paul Maenz, den für ihn wichtigsten Galeristen, Förderer und Sammler, kennen. Bereits im Herbst 1966 erfuhr Peter Roehr von seiner Krebserkrankung, der er am 15. August 1968 in Frankfurt erlag.

Dorothea Apovnik, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Das Video zum Stiefeltag

20.05.2010

Über 2.000 Besucher kamen am Samstag, den 8. Mai 2010, zum großen Stiefeltag ins Städel. Auch diese Veranstaltung haben wir filmisch begleitet. Das Video mit Eindrücken von dem abwechslungsreichen Programm ist nun online.

Das Video zeigt in vier Minuten einen Zusammenschnitt des abwechslungsreichen Programms des Stiefeltages: vom beeindruckenden Baustellenrundgang und den Expertengesprächen über die zahlreichen Workshops für Kinder, bei denen neben Kreativität auch Geschick gefragt war, bis hin zu den vielfältigen Führungen, die u. a. einmalige Einblicke in eines der Städel-Depots gegeben haben.

Für alle Besucher, die beim Stiefeltag dabei waren, bietet das Video eine schöne Möglichkeit, den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen. Wer nicht im Städel sein konnte, bekommt einen lebhaften Eindruck von der Veranstaltung. Lassen Sie sich von der Begeisterung – vor allem für die Städel-Baustelle – anstecken!

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Glenn D. Lowry im Interview zur Städel-Erweiterung

05.05.2010

Unter der Leitung von Glenn D. Lowry wurde das Museum of Modern Art (MoMA) in New York maßgeblich erweitert. Im März war der amerikanische Museumsdirektor anlässlich des Benefiz-Abends zu Gunsten der Städel-Erweiterung in Frankfurt. Vor der Veranstaltung gab er uns ein Interview, in dem er auch über das Erweiterungsprojekt des Städel spricht.

Das Thema Museumserweiterung spielt auch für Glenn D. Lowry, seit 14 Jahren Direktor des Museum of Modern Art, New York, eine wichtige Rolle: Unter seiner Leitung wurde das MoMA sowohl architektonisch als auch inhaltlich in bemerkenswerter Weise ausgebaut. Mit einer großangelegten Fundraising-Kampagne sammelte der charismatische Museumsmann 900 Millionen Dollar für die Renovierung, Vergrößerung und Ausstattung des MoMA. Wir haben Glenn D. Lowry während seines Frankfurt-Besuchs anlässlich des Benefiz-Abends im Hotel Hessischer Hof am 24. März für ein Gespräch im Städel getroffen. In dem dabei entstandenen knapp sechsminütigen Video erläutert der MoMA-Direktor seine Sicht auf die Institution Museum und die Herausforderungen und Chancen für Kunstinstitutionen heute. Er spricht über bürgerschaftliches Engagement, das in seiner Tragweite weit über finanzielle Unterstützung hinaus geht. „Bedeutende kulturelle Institutionen überleben“, sagt Lowry, „weil Menschen an sie glauben“. Museen wie das Städel würden das seit fast zwei Jahrhunderten so machen, und der Beweis sei die Qualität der Sammlungen und die Intelligenz der Architektur, so der amerikanische Museumsexperte. Die zeitgenössische Kunst gehöre dabei zu den bedeutendsten Vermittlern zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart und sei zentral für die Art und Weise, in der jedes große Museum sich selbst wahrnehme. Im Gespräch zeigte sich Glenn D. Lowry sehr angetan vom Erweiterungsprojekt des Städel und bezeichnete es als „absolut magisch und brilliant“.

Dorothea Apovnik, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Günter Fruhtrunks Gemälde „Ohne Titel (FRUH0009)“ in der Videoreihe „Kunst nach 1945“

15.03.2010

Die Sammlungssäle des Städel Museums sind aufgrund der bevor-
stehenden Sanierungsarbeiten bereits ausgeräumt. Somit ist auch das kleine, aber bedeutende Werk „Ohne Titel (FRUH0009)“, entstanden 1963/64, von Günter Fruhtrunk (1923-1982) ins Depot gewandert. Bis die zeitgenössischen Werke aus der Sammlung des Städel Museums 2011 im neu errichteten Erweiterungsbau der Öffentlichkeit präsentiert werden können, werden einige von ihnen in der Videoserie „Kunst nach 1945 im Städel Museum“ vorgestellt. Im aktuellen Video erläutert Sammlungsleiter Dr. Martin Engler die wichtigsten kunsthistorischen Fakten zu Günter Fruhtrunks Werk „Ohne Titel (FRUH0009)“.


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Günter Fruhtrunk gilt als einer der bedeutendsten Künstler der deutschen konkret-konstruktiven Kunst. Das Gemälde vereint die typischen Eigenschaften von Fruhtrunks Werk – verschiedenfarbige, flächig-monochrome Balken, kaum erkennbarer Pinselduktus, stark kontrastierende Farben und starke Strukturierungen des Bildes durch Horizontalen, Vertikalen sowie Diagonalen. Das Werk „Ohne Titel (FRUH0009)“, das vergangenes Jahr mit Hilfe des „Städelkomitee 21. Jahrhundert“ für die Sammlung erworben werden konnte, ist als eine der ganz wenigen ‚shaped canvases’ im Oeuvre des Künstlers eine Besonderheit. Nicht mehr der rechteckige Bildträger definiert von Außen nach Innen das Bild, sondern die malerische Komposition ‚zwingt’ dem Bild – von Innen nach Außen – seine Form auf: Anstatt eines regelmäßigen Bildformats wählt Fruhtrunk eine Außenform, die aus zwei ungleich großen Dreiecken zusammengesetzt zu sein scheint. Vergleichbare Arbeiten waren außerhalb der nordamerikanischen Kunstszene bis dahin nicht bekannt.

Biografie

Günter Fruhtrunk wurde 1923 in München geboren und begann dort ein Architekturstudium, das er nach zwei Semestern abbrach, um ab Herbst 1941 als Kriegsfreiwilliger zu dienen. Schon während des Krieges, in dem er mehrere schwere Verletzungen erlitt, begann Fruhtrunk zu malen und nahm nach 1945 ein Privatstudium der Malerei bei dem Maler und Graphiker William Straube auf. 1949 kam er über den Maler Julius Bissier mit der gegenstandlosen Malerei in Berührung. Ein Stipendium des Landes Baden-Württemberg und des Gouvernement Français ermöglichte ihm 1954 den Umzug nach Paris. Dort arbeitet er unter anderem in den Ateliers von Fernand Léger und Hans Arp. 1955 trat Günter Fruhtrunk mit seiner Malerei erstmals in Paris bei der Ausstellung des „Cercle Volnay“, organisiert von dem Galeristen René Drouin, auf. Auch in den 1960er- Jahren lebte und arbeitete Fruhtrunk hauptsächlich in Paris bzw. Frankreich. 1961 erhielt Fruhtrunk den „Prix Jean Arp“ und 1966 die Silbermedaille des „Prix d’Europe in Ostende“. Eine Retrospektive der Arbeiten Fruhtrunks fand 1963 im Museum am Ostwall in Dortmund statt. Zum Wintersemester 1967/68 begann Fruhtrunk seine Lehrtätigkeit an der Kunstakademie München. Er nahm 1968 an der documenta IV und 1968 an der 34. Biennale in Venedig teil. Am 12. Dezember 1982 beging Günter Fruhtrunk in seinem Atelier in der Münchner Kunstakademie Selbstmord.

Marijke Gassen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Das Video zur Auktion mit Bildern der Schillerschüler

26.02.2010

Die Aktion der Schillerschule „1000 Bilder für das Städel“ war ein voller Erfolg. Das Video zur großen Auktion mit Kunstwerken der Schillerschüler am 17. Februar ist nun online.

Die Auktion mit 90 Kunstwerken der Schillerschüler am 17. Februar war der Schluss- und Höhepunkt der Aktion „1.000 Bilder für das Städel“. 68 Bilder wurden in einer stillen Auktion versteigert, anschließend kamen 22 Werke im Italienersaal unter der Leitung von Sotheby’s-Auktionator Dr. Philipp Herzog von Württemberg unter den Hammer. Die tolle Stimmung und die Begeisterung aller Beteiligten an diesem Abend wurden in einem dreiminütigen Video eingefangen, das nun online ist. Wer nicht dabei sein konnte, bekommt hier einen lebhaften Eindruck von der Versteigerung. Und alle Schüler, Lehrer und Eltern, die bei der Auktion dabei waren, können den Abend noch einmal Revue passieren lassen.

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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