Transport eines kunstgeschichtlichen Schwergewichts

02.09.2009

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6,4 Meter lang, 3,5 Meter hoch und knapp eine Tonne schwer: Anselm Kiefers gewichtiges Werk „Heereszüge Alexanders des Großen“ (1987/88) wurde aufgrund der anstehenden Bauarbeiten für den Erweiterungsbau soeben von der Wand des Metzler-Saals abgenommen. Eine 8-köpfige Spezialabteilung der Transportfirma Schenker war in enger Zusammenarbeit mit der Restaurierungsabteilung und dem Ausstellungsdienst des Städel Museums zwei Tage beschäftigt, um das Werk fachgerecht und sicher in unsere Gemäldedepots zu bringen. Hier wird es bis zu seinem großen Comeback zur Eröffnung des neuen Städel zwischengelagert.

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Das aus massiven Bleibahnen bestehende dreiteilige Werk musste hierfür zuerst in einem Stück von der Wand genommen werden. Denn so robust das Gesamtwerk auch erscheint, so fragil ist dessen mit Kreidezeichnungen und Fotocollagen versehene Oberfläche. Bei dieser höchst komplizierten Aufgabe kamen fünf Stapler bzw. Schwerlasthubwagen zum Einsatz.


Abtransport aus dem Metzler-Saal

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Erst nachdem das Bild von der Wand genommen wurde, konnte es – noch in der Luft hängend – mit einem Transportrahmen umfasst werden. Von dieser Behausung umgeben, wurde es im nächsten Schritt auf dem Boden des Saals abgesetzt. Um eine mögliche Schieflage des Werks zu verhindern, mussten die Stapler vollkommen synchron bewegt werden – ein Balanceakt sondergleichen.

Dass die Ausgangstüren im Metzler-Saal für das Transportieren von derartigen Bildformaten nicht geeignet sind, versteht sich von selbst. Erst nachdem eine der Türen ausgebaut wurde, konnte das Werk zentimeterweise in Richtung des Städel-Gartens verrückt werden. Draußen angelangt wurde es vom ausgefahrenen Greifarm eines Lastenkrans erfasst und an Schwerlastgurten befestigt durch den Garten transportiert. Vom Lastenaufzug des Ausstellungshauses gelangte das Bild schließlich unversehrt ins Zwischenlager.

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Anselm Kiefers „Heereszüge Alexanders des Großen“

Im Format eines klassischen Historienbildes angelegt, erinnert das Werk „Heereszüge Alexanders des Großen“ an den mazedonischen König, der im 3. Jahrhundert v. Chr. das Perserreich eroberte. Ritzungen und willkürliche Einflüsse auf der Bleioberfläche schaffen ein dichtes Netz von Bezügen und Assoziationen, mit denen sich Kiefer jedoch vom narrativen Aufbau eines Historienbildes entfernt. Vielmehr materialisiert sich im Blei, das Kiefer ab 1982 verwendet, die Schwere und Undurchdringlichkeit der verflossenen Weltgeschichte.

Stephan Knobloch, Leiter der Werkstatt für Gemälderestaurierung


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Die gestiefelte Eintracht – am Samstag ab 22.45 Uhr im aktuellen sportstudio

28.08.2009

Mannschaftsbild mit Stiefeln: Die Fußballer von Eintracht Frankfurt unterstützen das neue Städel

Mannschaftsbild mit Stiefeln: Die Fußballer von Eintracht Frankfurt unterstützen das neue Städel

Wie gut Fußball und Museum zusammen passen, beweist die Eintracht Frankfurt derzeit mit ihrer einzigartigen Unterstützung unserer Erweiterungskampagne. In gelben Gummistiefeln aufgelaufen, setzt der gesamte Kader unseres Lieblingsvereins ein Zeichen für das Städel. Das Mannschaftsfoto der gestiefelten Eintracht hat sogar die Redakteure des aktuellen sportstudios so begeistert, dass sie über die gelungene Kooperation berichten möchten. Sollten die Bayern nicht noch kurzfristig ihre holländische Trainerhoffnung entlassen, gibt es das etwas andere Mannschaftsfoto der Eintracht am Samstag (29. August) ab 22.45 Uhr im aktuellen sportstudio zu sehen.

Wenn die Eintracht am kommenden Spieltag gegen Borussia Dortmund antritt – dann wieder in geeignetem Schuhwerk – ist ihr die moralische Unterstützung des Städel Museums jedenfalls sicher.

Getreu dem Leitmotiv „Frankfurt baut das neue Städel. Bauen Sie mit“ haben sich zahlreiche Partner aus Wirtschaft, Gesellschaft, Medien, Sport und Kultur bereit erklärt, Projekte zugunsten der Städel-Erweiterung auf den Weg zu bringen: Frankfurt baut, backt, buddelt, kickt, kauft, singt, tanzt, zockt, strickt, trinkt, fährt, läuft und malt das neue Städel.

Axel Braun, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Städel Museum

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Langfristige Zusammenarbeit zum Wohle aller

25.08.2009

Max Hollein und Wolfgang Kirsch bei der Pressekonferenz anlässlich der Bekanntgabe der Übergabe der Werke am 17. Juni 2008

Max Hollein und Wolfgang Kirsch bei der Pressekonferenz anlässlich der Bekanntgabe der Übergabe der Werke am 13. März 2008

“Die Entscheidung für den Erweiterungsbau des Städel Museums spricht für sich. Als DZ BANK und damit als Unternehmen, das seinen Sitz in Frankfurt hat, sind wir stolz, dass wir zu diesem wichtigen Projekt einen wesentlichen Beitrag leisten. Ab 2011 wird es in der neuen Ausstellungshalle eine DZ BANK Galerie geben. Darüber hinaus überlässt die DZ BANK dem Städel Museum 200 Meisterwerke aus ihrer berühmten Sammlung zeitgenössischer Fotografie. Dies geschieht im Namen von rund 1000 Volksbanken und Raiffeisenbanken. Es ist unser Ziel, die Kultur dorthin zu bringen, wo sie hingehört: zu den Menschen. Diese wiederum haben am meisten davon im Museum. Und welches Museum könnte für unsere Sammlung besser geeignet sein als das Städel? Für uns beginnt damit eine Zusammenarbeit, die langfristig angelegt ist. Es beginnt aber noch viel mehr. Denn wir erhoffen und wünschen uns davon, dass daraus etwas Neues entsteht – zum Wohl der Allgemeinheit, zu unser aller Wohl. Als DZ BANK engagieren wir uns für unsere Stadt, für die Menschen, die hier leben und für die, die aus der ganzen Welt zu Besuch ins Städel Museum kommen. Auch vor dem Hintergrund ist das Städel mit seinem Stiftungsauftrag für uns der ideale Partner.”

Wolfgang Kirsch, Vorsitzender des Vorstands der DZ BANK AG, Frankfurt am Main

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