Günter Fruhtrunks Gemälde „Ohne Titel (FRUH0009)“ in der Videoreihe „Kunst nach 1945“

15.03.2010

Die Sammlungssäle des Städel Museums sind aufgrund der bevor-
stehenden Sanierungsarbeiten bereits ausgeräumt. Somit ist auch das kleine, aber bedeutende Werk „Ohne Titel (FRUH0009)“, entstanden 1963/64, von Günter Fruhtrunk (1923-1982) ins Depot gewandert. Bis die zeitgenössischen Werke aus der Sammlung des Städel Museums 2011 im neu errichteten Erweiterungsbau der Öffentlichkeit präsentiert werden können, werden einige von ihnen in der Videoserie „Kunst nach 1945 im Städel Museum“ vorgestellt. Im aktuellen Video erläutert Sammlungsleiter Dr. Martin Engler die wichtigsten kunsthistorischen Fakten zu Günter Fruhtrunks Werk „Ohne Titel (FRUH0009)“.


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Günter Fruhtrunk gilt als einer der bedeutendsten Künstler der deutschen konkret-konstruktiven Kunst. Das Gemälde vereint die typischen Eigenschaften von Fruhtrunks Werk – verschiedenfarbige, flächig-monochrome Balken, kaum erkennbarer Pinselduktus, stark kontrastierende Farben und starke Strukturierungen des Bildes durch Horizontalen, Vertikalen sowie Diagonalen. Das Werk „Ohne Titel (FRUH0009)“, das vergangenes Jahr mit Hilfe des „Städelkomitee 21. Jahrhundert“ für die Sammlung erworben werden konnte, ist als eine der ganz wenigen ‚shaped canvases’ im Oeuvre des Künstlers eine Besonderheit. Nicht mehr der rechteckige Bildträger definiert von Außen nach Innen das Bild, sondern die malerische Komposition ‚zwingt’ dem Bild – von Innen nach Außen – seine Form auf: Anstatt eines regelmäßigen Bildformats wählt Fruhtrunk eine Außenform, die aus zwei ungleich großen Dreiecken zusammengesetzt zu sein scheint. Vergleichbare Arbeiten waren außerhalb der nordamerikanischen Kunstszene bis dahin nicht bekannt.

Biografie

Günter Fruhtrunk wurde 1923 in München geboren und begann dort ein Architekturstudium, das er nach zwei Semestern abbrach, um ab Herbst 1941 als Kriegsfreiwilliger zu dienen. Schon während des Krieges, in dem er mehrere schwere Verletzungen erlitt, begann Fruhtrunk zu malen und nahm nach 1945 ein Privatstudium der Malerei bei dem Maler und Graphiker William Straube auf. 1949 kam er über den Maler Julius Bissier mit der gegenstandlosen Malerei in Berührung. Ein Stipendium des Landes Baden-Württemberg und des Gouvernement Français ermöglichte ihm 1954 den Umzug nach Paris. Dort arbeitet er unter anderem in den Ateliers von Fernand Léger und Hans Arp. 1955 trat Günter Fruhtrunk mit seiner Malerei erstmals in Paris bei der Ausstellung des „Cercle Volnay“, organisiert von dem Galeristen René Drouin, auf. Auch in den 1960er- Jahren lebte und arbeitete Fruhtrunk hauptsächlich in Paris bzw. Frankreich. 1961 erhielt Fruhtrunk den „Prix Jean Arp“ und 1966 die Silbermedaille des „Prix d’Europe in Ostende“. Eine Retrospektive der Arbeiten Fruhtrunks fand 1963 im Museum am Ostwall in Dortmund statt. Zum Wintersemester 1967/68 begann Fruhtrunk seine Lehrtätigkeit an der Kunstakademie München. Er nahm 1968 an der documenta IV und 1968 an der 34. Biennale in Venedig teil. Am 12. Dezember 1982 beging Günter Fruhtrunk in seinem Atelier in der Münchner Kunstakademie Selbstmord.

Marijke Gassen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Neues Video zum Werk von Gerhard Hoehme

27.10.2009

In der neuen Folge der Videoserie „Kunst nach 1945 im Städel Museum“ spricht Dr. Martin Engler über Gerhard Hoehmes Werk „Zimbal“ aus dem Jahr 1966.


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Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Kunst nach 1945 im Städel Museum, stellt im aktuellen Kunstvideo mit Gerhard Hoehme (1920-1989) einen außergewöhnlichen deutschen Künstler und wichtigen Vertreter des deutschen Informel vor. Die Arbeit „Zimbal“ aus dem Jahr 1966 gehört zu einer Gruppe von dreidimensionalen Bildern, die ab 1964 entstanden. Hoehme gestaltete seine Malerei nicht mehr als plane Fläche, sondern das Bild besteht aus einem weiß grundierten, 12 cm tiefen Holzkasten, in dem farbige, gegeneinander verspannte und an Nägeln befestigte Nylonschnüre angebracht sind. Das Verschmelzen von Malerei und Objekt, von Raum und Bild ist Ausdruck eines neu entwickelten Werkbegriffs und vermittelt zwischen der Malerei des Informel und der Objektkunst der 1960er.
„Zimbal“ ist bis zum 7. März 2010 im Rahmen der Sammlungspräsentation „Konstellationen V“ im Kuppelsaal des Städel Museums zu sehen.


Biografie

Gerhard Hoehme wurde 1920 in Greppin bei Dessau geboren und starb 1989 in Neuss. Er begann sein Studium der Malerei 1948 in Halle. Nach seiner Flucht nach Westdeutschland 1952 studierte er an der Kunstakademie in Düsseldorf. Im selben Jahr begegnete er Jean-Pierre Wilhelm, der ihn wiederum Jean Fautrier und Jean Dubuffet vorstellte. Durch ihn erhielt er Kontakt zu den wichtigsten Vertretern des französischen Informel aus Paris . Durch die Unterstützung von Gerhard Hoehme und Manfred de la Motte entwickelt sich die 1957 von Jean-Pierre Wilhelm gegründete Galerie 22 zum internationalen Treffpunkt für Künstler des Informel in Düsseldorf. 1959 wurde Hoehme zur documenta II in Kassel eingeladen. 1960 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom und Professor an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf, wo er bis 1985 lehrte. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Sigmar Polke und Chris Reinecke. Weitere Informationen: www.gerhard-hoehme.de

Marijke Gassen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Neues Künstler-Video mit Eberhard Havekost

28.09.2009

Das zweite Video unserer Reihe über zeitgenössische Kunstwerke aus der Sammlung des Städel Museums stellt das Gemälde „Benutzeroberfläche 1“ von Eberhard Havekost vor.


In dem Video spricht der Künstler Eberhard Havekost über das 1999 entstandene Werk „Benutzeroberfläche 1“, das sich seit 2007 in der Sammlung des Städel Museums befindet. Derzeit noch im Depot aufbewahrt, wird es nach Fertigstellung des Erweiterungsbau dort präsentiert werden. Für Havekost funktioniert Malerei ähnlich wie die Benutzeroberfläche des Computers. Bei dem Gemälde „Benuzeroberfläche 1“ wird das Bildmotiv, ein schräg angeschnittenes und in Untersicht gezeigtes moderneres Appartement-Hochhaus, selbst zu einer Benutzeroberfläche. Das Hochhaus füllt den Blickraum des Betrachters nahezu vollständig aus. Die Fassade wirkt wie eine undurchdringliche Membrane. Einzig die Balkone durchbrechen die stereotype Fassade und bilden eine Nahstelle zwischen Innen und Außen der Architektur. Die Betonung der stromlinienförmigen glatten Oberfläche verdeutlicht die gefilterte Realität.

Biografie

Eberhard Havekost wurde 1967 in Dresden geboren. Er war Meisterschüler bei Prof. Ralf Kerbach an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und erhielt 1999 das Karl Schmidt-Rottluff-Stipendium. Mit seinen Werken ist der Künstler u. a. in den Sammlungen des Museums of Modern Art, des Denver Art Museums, der Tate Collection, der Sammlung Frieder Burda und der Sammlung Marx vertreten. Eberhard Havekost lebt und arbeitet in Berlin und Dresden.
www.eberhard-havekost.de

Dr. Nicole Brandmüller, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Malerei und Skulptur 19. Jh. und Klassische Moderne, und Julia Boberski, Presse-und Öffentlichkeitsarbeit

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Das Video zur Aktion der Schillerschule

23.09.2009

1200 Schüler der Schillerschule strömten am Freitag, den 18. September 2009, ins Städel Museum. Das Video von diesem beeindruckenden Ereignis sehen Sie hier.

Anlass für den Besuch war die Auftaktveranstaltung der Benefizaktion „1000 Bilder für das Städel“, mit der die Schillerschüler die Erweiterung des Städel unterstützen. Das zweiminütige Video fängt die tolle Stimmung der Veranstaltung ein. Das Engagement und die Begeisterung der Schillerschüler für das Städel und den Erweiterungsbau waren an diesem Tag überall im Museum zu spüren. Lassen Sie sich davon anstecken!

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Das Städel präsentiert mit „Konstellationen V“ Werke der Kunst nach 1945

18.09.2009

Die Ausstellung der „Konstellationen“-Reihe im Städel zeigt in Vorwegnahme der Neueinrichtung der Sammlung im Erweiterungsbau, in welche Richtung sich die Sammlung entwickeln wird. Im Kontext der 700 Jahre umfassenden Sammlung des Städel Museums wird deutlich, dass die Präsentation der Kunst nach 1945 in größeren Zusammenhängen aufschlussreiche Bezüge erlaubt.

Artikel_Konstellationen V--8548

In vier Räumen stellt das Städel Museum aktuell eine Auswahl von Werken aus dem Sammlungsbereich der Kunst nach 1945 pointiert gegenüber. Die rund 40 Werke umfassende Hängung wählt gezielt unterschiedliche Präsentationsformen, um den vielfältigen und facettenreichen Sammlungsbestand aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten. Die in Jahrzehnten gewachsene Sammlung verbindet sich dabei auf höchstem Niveau mit aktuellen Ankäufen, Schenkungen und Dauerleihgaben, die erst in den letzten Monaten ihren Weg ins Städel gefunden haben.


Nichts hängt, alles steht

Die Präsentation nimmt im Kabinett zum Main mit einer für das Bildermuseum Städel untypischen Eröffnung ihren Anfang. Auf knapp 38 qm wird ein qualitätvoller sowie im wörtlichen Sinne dichter und raumfüllender Querschnitt durch die Skulpturensammlung des Städel nach 1945 gezeigt: von Bernhard Schultzes „Migof-Tor“ über Jonathan Meeses „Hagen von Tronje“ bis zu Arbeiten von drei bedeutenden Frankfurter Bildhauern, Hans Mettel, Michael Croissant und Hans Steinbrenner.


Die Auflösung des Gegenstandes

Artikel_Konstellationen V-8606

Der sich anschließende Kuppelsaal wird von drei großformatigen Bildwerken beherrscht: Ernst Wilhelm Nays „Rotklang“, Wolfgang Tillmans’ „Freischwimmer 54“ und Armin Boehms „Ohne Titel (Zhwar Kili)“. Während Nay im klassischen Sinn informelle Bildkonzepte verfolgt, gehören die beiden anderen Arbeiten nicht in diesen Kontext. Gleichwohl driften die ungegenständliche Fotografie Tillmans’ und die aus dem schwarzen Bildgrund auftauchende Landschaft Boehms in einen Bereich des Formlosen, der Auflösung des Gegenstandes, der dem klassischen Begriff des Informel verwandt ist. Der Blick vom 21. auf das 20. Jahrhundert lässt dabei immer mehr das Verbindende neben dem Trennenden deutlich werden.


Skulptur und Malerei im Dialog

Artikel_Konstellationen V--8505

Ein Stockwerk tiefer treten Skulptur und Malerei in Dialog und zeigen, wie sich die Kunst des 20. Jahrhunderts trotz aller ungegenständlichen Tendenzen auch und gerade nach 1945 immer wieder mit dem Abbild des Menschen beschäftigt hat: Die monumentalen Menschenbilder von Pablo Picasso und Francis Bacon, der ausgemergelte Leib Alberto Giacomettis „Grand nu assis“ und die drängende Fülle des monumentalen Frauenkopfs („Tête de femme“) Picassos. Die bedrohliche Auflösung der Form schreitet weiter voran, wenn sich Georg Baselitz oder Karel Appel dem in der Malerei sich verlierenden Bild des Menschen widmen.


Geometrische Abstraktion

Artikel_Konstellationen V--8374

Der abschließende, vierte Raum bildet den ästhetischen Gegenentwurf zu diesen figürlichen Variationen und widmet sich der geometrischen Abstraktion – vorgeführt im Nebeneinander von Vorkriegs- und Nachkriegsavantgarde.

Artikel_Konstellationen V-8405

Künstler wie Victor Vasarely, Josef Albers oder Hermann Glöckner machen deutlich, wie sehr die erste und die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts einander bedingen. Sie haben ihre Wurzeln in der klassischen Moderne und beeinflussen wesentlich die Kunst diesseits und jenseits des Atlantiks in den unübersichtlichen Zeiten der Neo-Avantgarde, der Kunst des Abstrakten Expressionismus, der Minimal Art und ihrer Folgen.

Die Sammlungspräsentation „Konstellationen V“ ist noch bis zum 7. März 2010 im Städel Museum zu sehen. Informationen zu aktuellen Führungen finden Sie hier.

Dr. Martin Engler, Sammlungsleiter Kunst nach 1945

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Das Video zum Spatenstichfest

16.09.2009

Bewegte Bilder eines bewegenden Tages: Das Video zum großen Spatenstichfest am 6. September gibt das vielseitige Programm und die schöne Atmosphäre des Festes in lebhaften Bildern wieder. Spannende Veranstaltungen und Aktionen werden auch in Zukunft filmisch begleitet werden und online zu sehen sein.

Das Video zeigt in vier Minuten einen Zusammenschnitt des abwechslungsreichen Programms des Spatenstichfestes: den offiziellen Festakt samt Auftritt des Bläserquintetts der Jungen Deutschen Philharmonie, die Spatenstecher in gelben Gummistiefeln, Kinderworkshops im Garten, den Verkauf der Benefiz-Stiefel, Blitzinterviews von heute-Moderator Steffen Seibert, Besucherströme und Führungen in der Galerie sowie die Spoken Word Performance. Wer nicht dabei sein konnte, bekommt einen lebhaften Eindruck vom Festtag. Und alle, die mitgefeiert haben, können den Tag noch einmal Revue passieren lassen.

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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