25.11.2010
Nur 15 Monate nach dem ersten Spatenstich konnte heute im Städel Museum das Richtfest für den Erweiterungsbau zur Präsentation der Kunst nach 1945 gefeiert werden. Mit der fristgerechten Fertigstellung des 3.000 qm umfassenden unterirdischen Rohbaus ist ein weiterer Meilenstein der Bauarbeiten im Städel Museum erreicht. Insgesamt wurden bisher rund 1.300 Kubikmeter Beton und 330 Tonnen Stahl verarbeitet sowie insgesamt 1800 LKWs mit Erde abtransportiert. Nach Festreden von Direktor Max Hollein, Frankfurts Oberbürgermeisterin Dr. h. c. Petra Roth sowie dem Architekten Prof. Michael Schumacher sprach der Oberpolier der Baustelle, Uwe Nothaft, den traditionellen Richtspruch vor rund 400 Gästen.


Städel-Direktor Max Hollein bedankte sich in seiner Festrede für die „gute Zusammenarbeit aller beteiligten Partner: der Architekten, der Tragwerks- und Haustechnikplaner sowie der Projektsteuerer, der zahlreichen Baufirmen wie deren Mitarbeiter und nicht zuletzt der Städel-Mitarbeiter, die ebenfalls in vielen Bereichen in die Planung involviert sind.“

„Wir können sehr stolz auf Frankfurt und seine Bürgerinnen und Bürger sein“, sagt Dr. h. c. Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, in ihrem Redebeitrag. „Mit dem Erweiterungsprojekt zeigt die Stadt Frankfurt einmal mehr, dass Kultur für sie ein Gut ist, zu dem sie sich bekennt – und zwar nicht nur in Worten, sondern in Taten. Dass das neue Städel von Tag zu Tag deutlicher Gestalt annimmt, ist ein wunderbares Zeichen dafür“, so die Oberbürgermeisterin.

„Die hohen Erwartungen an die Ästhetik und Einmaligkeit des Erweiterungsbaus stellen zusammen mit dem hohen technischen Schwierigkeitsgrad und den komplexen konservatorischen Vorgaben eine große Herausforderung bei der Planung dar“, erläutert Prof. Michael Schumacher, einer der beiden Partner des Architekturbüros schneider+schumacher, in seiner Festrede.

Abschließend sprach Uwe Nothaft, Oberpolier bei der Ed. Züblin AG, den traditionellen Richtspruch, den alle, die das Richtfest verpasst haben, hier auf unserem Blog nachlesen können:
Mit Gunst und Verlaub!
Die Feierstunde hat geschlagen,
es ruht die geübte Hand.
Nach harten, arbeitsreichen Tagen
Grüßt stolz der Richtbaum nun ins Land.
Ein schöner Werk ist uns gelungen,
Gar stattlich steht das Bauwerk da,
so frei und leicht und ungezwungen,
wie besser ich es nirgends sah!
Ein solches werk kann nur geschehen,
wenn jeder brav an seiner Stelle
und alle fest zusammenstehen.
Stolz und froh ist jeder heute,
der tüchtig mit am werk gebaut.
Es waren wackere Handwerksleute,
die fest auf ihre Kunst vertraut.
Wir bitten Gott, der in Gefahren
Uns allezeit so treu bewahrt,
er möge das Städel hier bewahren
vor Not und Schaden aller Art.
Nun nehme ich froh das Glas zur Hand,
gefüllt mit Wein bis an den Rand,
und mit gutem Saft der Reben
will jedermann die Ehr´ ich geben,
wie sich` s nach alten brauch gebührt,
wenn so ein Bau ist ausgeführt.
Der erste Schluck der Bauherrschaft,
Hoch soll sie Leben.
Den zweiten Schluck dem Architekten
Hoch soll er Leben.
Nun braucht man zu allen Zeiten
Nicht nur Kopf, nein auch die Hand.
Drum noch ein Lob den Mauren und Zimmerleuten,
durch deren Kraft der Bau erstand.
Nun ist das Glas wohl ausgeleert
und weiter für mich nichts mehr wert,
drum werfe ich es zum Boden nieder
zerschmettert braucht es keiner wieder,
doch Scherben bedeuten Glück und Segen
dem Museum auf allen Wegen.
Gott schütze dieses neue Museum
und alle, die da gehen ein und aus.
Der Richtspruch ist nun hier zu Ende,
man reiche uns jetzt Essen und Getränk.

Danach ging es für alle zum wohlverdienten Richtschmaus. Die gute Laune ließ dabei auch die Tatsache vergessen, dass es im Rohbau noch keine Heizung gibt.
Dorothea Apovnik und Axel Braun, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit