Sechster Teil der Serie zur Baugeschichte des Städel Museums: Renovierung und Umbau Ende der 1990er-Jahre
21.06.2011
In unserer Reihe zur Baugeschichte des Städel Museums stellen wir Ihnen im sechsten Teil die baulichen Veränderungen des Hauses vor, die zwischen 1997 und 1999 vorgenommenen wurden. Die dreijährige Umbau- und Renovierungsphase umfasste wesentliche Neuerungen, die dem Städel ein neues Gesicht gaben. Insbesondere mit dem im Sommer 1999 eröffneten Restaurant Holbein’s sowie dem neuen Museumsshop und einer Kunstbuchhandlung legte das Städel ein modernes Museumskonzept vor, erweiterte das reine Kunsterlebnis für die Besucher und öffnete das Museum zu einem Ort des Dialogs.
Die von dem renommierten Frankfurter Architekturbüro Jourdan & Müller umgesetzte Erweiterung- und Sanierungsphase beinhalteten ein neues ästhetisches Renovierungskonzept, das unter dem damaligen Städel-Direktor Prof. Dr. Herbert Beck entwickelt wurde: Statt verwinkelter Durchgänge zwischen den Galerieräumen wurden zentrale Sichtachsen geschaffen, die einen großzügigen Raumeindruck vermittelten. Mit einem neuen Farb- und Hängekonzept, einer neuen Raumordnung und Ausstattung erhielt die Städelsche Sammlungspräsentation im Altbau einen völlig neuen Anstrich.
Der gläserne Bau des Restaurant Holbein’s, der sich im südwestlichen Hof des Gartenflügels des Altbaus befindet, erinnert auf den ersten Blick an einen großen Wintergarten. Drei historische Fassaden treffen hier aufeinander, zur Holbeinstrasse öffnet sich die vierte gläserne Fassade. Der neu entstandene Innenraum ist mit einem einfachen Dach überspannt.
Das von dem Feinkost- und & Catering-Unternehmen Meyer’s geführte Restaurant kann über zwei Zugänge betreten werden – sowohl über das Museum als auch über eine abgetreppte Terrasse aus Beton, die das Bodenniveau ausgleichend in den Kräutergarten an der Holbeinstrasse führt.
Das Städel bekam außerdem einen neuen Eingangsbereich: Das beengte Foyer wurde vergrößert, der Service-Bereich in der rechten Eingangshalle um einen Museumshop und eine Kunstbuchhandlung erweitert. Die renommierte Graphische Sammlung wurde in der linken Einganghalle untergebracht und erhielt einen eigenen Raum für Wechselausstellungen.
Mit der vollständigen Wiedereröffnung des neuen Städel im Februar 2012 stellt sich das gesamte Haus den Anforderungen eines modernen Museumsbetriebs im 21. Jahrhundert. Nicht nur die verschiedenen Sammlungsbereiche, auch die Buchhandlung, die Bibliothek, die Vermittlungskonzepte und vieles mehr werden für einige Überraschungen sorgen.
Gudrun Herz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

















