Gehrisch + Krack produzieren neuen Städel-Film

23.09.2011

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Humorvolle Werbefilme, einfallsreiche Firmendarstellungen oder außergewöhnliche Dokumentationen – dafür steht G+K Film der Name der Frankfurter Filmproduktionsfirma bleibt dabei meist eher im Hintergrund. Die kreative Handschrift, die das Team um Jan Bauer, Sabine+Rainer Gehrisch und Thorsten Krack mit Erfolg stetig weiterentwickelt hat, ist allerdings unverkennbar. Seit fast 20 Jahren betreuen G+K nicht nur viele renommierte Großkunden wie die Deutsche Bank, Nestlé oder das ZDF, sondern engagieren sich auch bei nichtkommerziellen Projekten. So ist es für G+K Film selbstverständlich, innerhalb eines Jahres mehrere Filme ehrenhalber zu produzieren. Auch für das Städel arbeiten G+K Film pro bono – und das nun schon zum zweiten Mal!

Bereits der erste Film zur Städel-Erweiterung, der zum Spatenstichfest im September 2009 mit großem Erfolg uraufgeführt wurde, stammt aus dem Hause G+K. Im Film werden Bürgerinnen und Bürger befragt, was sie mit dem Städel verbindet oder warum sie sich persönlich für das Frankfurter Museum engagieren.

Zum Städel haben Rainer Gehrisch und seine Frau Sabine Gehrisch eine besondere Verbindung. Als überzeugter Sachsenhäuser sieht Rainer Gehrisch im Einsatz für das Städel auch eine Bereicherung für die Stadt Frankfurt: „Anlässlich des Erweiterungsbaus war und ist bürgerliches Engagement gefragt und das ist für uns alle Motivation genug. Darüber hinaus sehen wir unseren Beitrag auch als nachbarschaftliches Engagement, denn dass wir hier am Südufer des Mains so hochkarätige und in alle Welt strahlende Kultureinrichtungen wie das Städel Museum haben, das macht unseren Standort allemal noch reizvoller.“

Bereits der erste Städel-Film wurde aufwändig von G+K produziert.

19 feste Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen – von Production Management über Regie und Schnitt bis hin zum Motion Graphic Design – arbeiten in den großzügigen Büroräumen, die sich nur zwei Straßen vom Städel entfernt befinden. Wer hier eintritt, bemerkt auch sofort die Liebe zur Kunst. Im ganzen Gebäude finden sich Arbeiten zeitgenössischer Künstler, mit einigen von ihnen verbinden Rainer und Sabine Gehrisch auch persönliche Kontakte, wie zum Beispiel zum Pop-Artisten James Rosenquist, über den G+K ein filmischen Porträt drehte, oder zum mallorquinischen Multimedia Künstler Amador Magraner. Mit einem internationalen Netzwerk von Regisseuren, Filmschaffenden und Spezialisten gelingt es dem Team immer wieder neue Ideen zu realisieren sowie der Bandbreite an Formaten und Themen mit Esprit und Authentizität zu begegnen. Ein kontinuierlicher Partner etwa ist Tom Tilliger von der Ideenschmiede ‚schmittilliger’, der das G+K-Team bereits beim ersten Städel-Film kreativ unterstützt hat und auch dieses Mal wieder mit dabei ist.

Aktuelle Dreharbeiten auf der Baustelle zum zweiten Städel-Film.

Jüngstes Beispiel der originellen Filmkonzepte von G+K ist das aktuelle „Poppkultur-Video“ zum 25. Jubiläum der Aids Hilfe Frankfurt. Der bunte Mix aus Pop-Art, Revue-Theater und Travestie-Show wirbt auf charmante Art für verantwortungsvollen Umgang und Safer Sex, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Die Liste der Preise, die seit 1995 an G+K Film verliehen wurden, ist lang. Selbst von Hollywood-Regisseur Steven Spielberg und der von ihm gegründeten Shoah Foundation wurde die Produktionsfirma 1999 für zahlreiche von ihr geführte Interviews mit Holocaust-Überlebenden ausgezeichnet.

Rainer Gehrisch bei den Dreharbeiten für den ersten Städel-Film.

Mit dem zweiten, derzeit in Planung befindlichen Film, der zur Eröffnung des unterirdischen Städel-Neubaus im Februar 2012 Premiere feiern wird, setzen die Frankfurter Filmemacher ihr Engagement für das Städel fort. Wir bedanken uns herzlichst bei G+K Film für die großartige und vertrauensvolle Unterstützung und freuen uns auf die erneute Zusammenarbeit – und natürlich auf den zweiten Städel-Film zur Eröffnung.

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Miriam Fuchs, Filmredakteurin und Gudrun Herz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Das InterContinental Frankfurt und Höhl freuen sich auf das neue Städel

16.09.2011

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Schritt für Schritt und Euro für Euro füllt sich der Spendenstiefel für die Städel-Erweiterung. Dies hat das neue Städel vor allem seinen treuen und engagierten Unterstützern zu verdanken. Zu denen gehören auch das Hotel InterContinental in Frankfurt und Johanna Höhl von der Kelterei Höhl. Gemeinsam haben sie nun eine besonders genussvolle Förderung auf die Beine gestellt. Wer im Signatures Veranda Restaurant oder in der DAXx Bar im Hotel InterContiental ein Glas Pomp bestellt, unterstützt die Städel-Erweiterung mit einem Euro pro Glas.

Blick vom InterConti auf das Städel Museum.

Pomp wird „Frankfurts feinste Visitenkarte“ genannt und ist ein Schaumwein aus bestem Rheingauer Riesling-Sekt des Weinguts Allendorf und fruchtiger Champagner Reinette. Die Äpfel mit dem besonders edlen Geschmack werden auf den Streuobstwiesen rund um Hochstadt angebaut, die selbst jahrhundertealtes, hessisches Kulturgut sind. Auch das Getränk folgt einer alten Tradition: Apfelwein mit Rheingauer Rieslingsekt, den „Herrschaftsgespritzten“, trank die Frankfurter Gesellschaft schon zu Goethes Zeiten. Dass auch im Hause Städel mit diesem edlen „Stöffsche“ angestoßen wurde, ist mehr als realistisch.

In der DAXx Mainhattan's Bar ist Pomp ein beliebtes Getränk.

„Wahrer Luxus liegt also in unseren eigenen Wurzeln“, sagt Dr. Johanna Höhl, die sympathische Geschäftsführerin der Traditionskelterei, der die Marke Pomp eine persönliche Herzensangelegenheit ist. Und wer, wenn nicht das Städel selbst, könnte dem mehr zustimmen? Das InterConti jedenfalls war sofort begeistert von der Idee und hat seine Verbundenheit zum Museum einmal mehr unter Beweis gestellt, in dem es den stilvollen Rahmen für die Aktion bietet.

Schauen Sie vorbei und genießen Sie traditionsreiches Engagement!

InterContinental Frankfurt
Wilhelm-Leuschner-Straße 43
60329 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten:
Signatures Veranda Hotel: 6:30 Uhr bis 22:30 Uhr
Die DAXx Mainhattan’s Bar: 10:00 Uhr bis 01:00 Uhr

Kristin Westermann, Fundraising Städel Museum

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Abschied bei der DZ BANK Kunstsammlung: Ein Interview mit Luminita Sabau und Christina Leber von der DZ BANK Kunstsammlung, Teil 2

15.07.2011

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Wir sprachen mit Luminita Sabau und Christina Leber über die Besonderheiten der DZ BANK Kunstsammlung, die Kooperation mit dem Städel Museum und über zukünftige Projekte.
 

Übergabe der DZ BANK Werke an das Städel Museum, 2008 (v.l.n.r. Max Hollein, Felix Semmelroth, Luminita Sabau, Wolfgang Kirsch, Nikolaus Schweickart)

Teil 2
 
Was ist für Sie das Besondere im Umgang, im Aufbau und in der Vermittlung der DZ BANK Unternehmenssammlung?

Leber: Grundsätzlich muss man dabei immer zwischen interner Vermittlung – z. B. an unsere Mitarbeiter – und Vermittlung der Sammlung nach außen, an die breite Öffentlichkeit unterscheiden. Momentan sind wir in den letzen Zügen der Vorbereitung für eine neue Wanderausstellung. In „Road Altas“ zeigen wir Straßenfotografie aus der DZ BANK Kunstsammlung. Als erstes ist die Ausstellung in den Opelvillen in Rüsselsheim zu sehen, dann wandert sie weiter an unterschiedliche Standorten in ganz Deutschland, bis sie 2014 wieder zurück nach Frankfurt kommt.

Die Vermittlung für Mitarbeiter der DZ BANK ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir machen Mitarbeiter-Führungen in den Etagenausstellungen, im ART FOYER oder in Ausstellungen, die außer Haus stattfinden, wie zum Beispiel bei „REAL – Fotografien aus der Sammlung der DZ BANK“ im Städel im Jahr 2008. Diese Ausstellung, die zum 125-jährigen Bestehen der Bank stattfand, hat über die Hälfte unserer Belegschaft besucht. Außerdem gibt es Workshops für Kinder von Mitarbeitern. Jeder der in der DZ BANK zu arbeiten beginnt, hat sofort Kontakt mit unserer Sammlung.

Was bedeutet es für Sie und die DZ BANK, einen Teil der Sammlung im Museum zu wissen?

Sabau: Die Übergabe der Werke an das Städel Museum war für uns eine große Anerkennung der wissenschaftlichen Leistung, die wir hier erbracht haben. Es ehrt uns sehr, dass das Museum Teile der Sammlung übernommen hat. Auch die Mitarbeiter bekommen dadurch eine Vorstellung des ideellen Wertes unserer Sammlung. Für uns ist das auch kein Aderlass, denn wir können zukünftig gegenseitig auf die Werke zurückgreifen. Zum Beispiel hat das Städel dadurch die Möglichkeit, ihre Ausstellungen mit weiteren temporären Leihgaben zu ergänzen.

Es war immer unsere Absicht, die Fotografie von der Gosse auf die Mainstreet der Kunst zu bringen. Einen meiner dringlichsten Wünsche habe ich schon im ersten Konzept formuliert, das war die Verbindung von Fotografie mit Malerei. Die Erfüllung des Wunsches wird uns jetzt im Städel gelingen.

Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Städel?

Sabau: Die DZ BANK hatte den Wunsch, die Sammlung weiter in die Öffentlichkeit zu bringen. Wir hatten die Möglichkeit, das ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung zu eröffnen, wo wir regelmäßig Ausstellungen mit Werken aus unserer Sammlung und Gastausstellungen ausrichten. Aber mein Anliegen war es auch, eine Public Private Partnership ins Leben zu rufen. Nach kurzer Zeit kamen wir mit Max Hollein ins Gespräch, der diese Angelegenheit sehr aktiv betrieben hat. Die Kooperation gestaltet sich ausgezeichnet.

Leber: Wir stehen aufgrund einer gemeinsamen Ausstellung im Januar 2012 im ART FOYER in sehr gutem und intensivem Kontakt mit Martin Engler, dem Sammlungsleiter für Gegenwartskunst im Städel Museum. Ich finde es sehr bemerkenswert, dass unsere Sammlungsstrategie im Städel Bestätigung finden wird, denn in den neuen Ausstellungshallen werden Fotografie und Malerei nebeneinander hängen. Das wird in einer Dauerausstellung zum ersten Mal so sein. Die Fotografin Gisèle Freund sprach schon in den 1970er-Jahren davon, dass die Fotografie in der Kunst angekommen sei. Für mich ist das aber erst jetzt der Fall. Es hat doch relativ lange gedauert.

Frau Leber, haben Sie ein Lieblingsbild aus der Sammlung?

Leber: Nein, das kann man nicht auf ein Bild reduzieren. Als ich in der DZ BANK Kunstsammlung anfing, haben mich einige Serien total kalt gelassen, die ich heute liebe. Das hat auch immer etwas mit der persönlichen Entwicklung zu tun, mit der Tagesform oder dem Moment, welches das liebste Bild ist.

Frau Sabau, Sie sind eine ausgezeichnete Expertin für zeitgenössische Kunst und Fotografie, was hängt bei Ihnen zu Hause an den Wänden?

Ich habe ein paar kleinere Arbeiten, die mir Künstler geschenkt haben. Zu den Fotografien habe ich eine emotionale Beziehung, ich möchte sie nicht mit Arbeiten aus der DZ BANK Kunstsammlung vergleichen. Es sind eher persönliche Stücke.

Sie waren Sammlungsleiterin des DAM – Deutsches Architekturmuseum, anschließend im ZKM – Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, fast 20 Jahre lang leiteten Sie die Kunstsammlung der DZ BANK. Welche Herausforderungen warten noch auf Sie?

Sabau: Ich werde mir eine kreative Pause gönnen, ein Sabbatical, um herauszufinden, was die nächste Herausforderung sein könnte.

Wie wird es mit der DZ BANK Sammlung weitergehen, gibt es schon Projekte, auf die wir uns freuen können?

Leber: Seit 1996 arbeite ich – mit Pausen – für die DZ BANK. Ich habe nicht das Bedürfnis, etwas Grundlegendes zu ändern. Wir werden weiterhin vier Ausstellungen im Jahr im ART FOYER machen und die ein oder andere Ausstellung außerhalb der Bank. Auch an unserer Vermittlung nach innen werden wir festhalten. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Martin Engler, der im Januar hier eine Ausstellung kuratieren wird, um einen Brückenschlag für die Eröffnung des Städel-Erweiterungsbaus zu schaffen. Außerdem bin ich sehr gespannt auf die Präsentation der DZ BANK Kunstsammlung, die ab Februar 2012 im Städel zu sehen sein wird. Das ist eine wunderbare Bereicherung für das Spektrum der Sammlung.

Das Interview führte Gudrun Herz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Abschied bei der DZ BANK Kunstsammlung: Ein Interview mit Luminita Sabau und Christina Leber

12.07.2011

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Nach fast 20 Jahren gibt Luminita Sabau die Leitung der von ihr aufgebauten DZ BANK Kunstsammlung ab, ihre Nachfolgerin Christina Leber ist seit letzter Woche im Amt. Wir sprachen mit den beiden Kunsthistorikerinnen über die Besonderheiten der DZ BANK Kunstsammlung, die Kooperation mit dem Städel Museum und über zukünftige Projekte.

Foto: Michael Frank

Teil 1

Frau Sabau, Sie haben die DZ BANK Kunstsammlung für zeitgenössische Fotografie aufgebaut und in den letzen 20 Jahren maßgeblich geprägt. Anfang der 1990-er Jahre war zeitgenössische Fotografie noch nicht so populär wie heute. Wie hat alles mit der DZ BANK Kunstsammlung angefangen?

Sabau: Die Entscheidung für zeitgenössische Fotografie war keiner persönlichen Vorliebe geschuldet. Wir wollten 1992/93 ein Alleinstellungsmerkmal für die Sammlung schaffen, um unser Engagement klar zu positionieren. Deshalb haben wir eine Marktstudie in Auftrag gegeben, auf deren Grundlage wir feststellen konnten, was vergleichbare Institute sponsern oder in welchen Bereichen sie sammeln. Die Markstudie hat ergeben, dass zwei Bereiche in der zeitgenössischen Kunst noch nicht institutionell besetzt waren: Fotografie und neue Medien. Das traf sich gut mit meiner letzten Museumsposition im ZKM in Karlsruhe. Dort war ich für die Kunstsammlung verantwortlich, die neue Medien und Fotografie beinhaltete – sozusagen eine glückliche Fügung. Mein Konzept für die DZ BANK Kunstsammlung, damals noch DG Bank, beinhaltete verschiedene Überlegungen, u.a. wie Kunst im Unternehmenskontext implementiert werden kann.

Wie konnten Sie damals die Bank überzeugen auf dieses relativ junge Medium zu setzen?

Sabau: Die DZ BANK sah sich trotz einer über 100-jährigen Geschichte als jung, fortschrittlich, technologieinteressiert und innovativ. Wir wollten aus der Gegenwart heraus in die Zukunft sammeln, das stand fest. Im Gegensatz zu einer Privatbank, zu der vielleicht eher die alten Meister gepasst hätten, entschieden wir uns für Fotografie. Und innerhalb des Mediums für einen sehr spezifischen Bereich, der damals noch nicht etabliert war: „Das Medium Fotografie in der zeitgenössischen Kunst“, so lautete auch der Titel des Konzepts.

In der Fotografie sahen wir die ideale Spiegelung unseres Selbstverständnisses. Geschmackliche Präferenzen haben dabei keine Rolle gespielt.

Erinnern Sie sich an das erste Kunstwerk, das für die DZ BANK Kunstsammlung angekauft wurde?

Sabau: Ja, das war ein Bild von Marie-Jo Lafontaine „Der Augenblick des Überlebens ist der Augenblick der Macht“, das Arbeit basiert auf einem Filmstill aus ihrer documenta-Arbeit „Les Larmes d’Acier“. Für ein erstes Bild in einem Unternehmenskontext war der Titel vielleicht ein bisschen gewagt, deswegen wollte der Vorstand es sehen. Ich habe dem damaligen Vorstandsvorsitzenden erläutert, warum das Bild für die Sammlung bedeutend ist und er war einverstanden. Das war das erste und einzige Mal, dass jemand an unseren Ankaufentscheidungen beteiligt war.

Was macht die Unternehmenssammlung der DZ BANK aus, was sind die Merkmale, was muss und was kann sie leisten?

Leber: Ein wesentliches Merkmal der DZ BANK Kunstsammlung ist die Orientierung an den fotografischen Genres, darunter Portrait, Landschaft, Veduten, Stillleben usw. Durch diese Einteilung können wir die Fotografie in der zeitgenössischen Kunst und der Kunstgeschichte verorten und nachvollziehbar machen. Kunst ist immer auch selbstreferenziell, d. h. Künstler beziehen sich auf das, was im letzten Jahrzehnt, im vorigen Jahrhundert oder vor 1000 Jahren passiert ist. Genau das wollen wir mit der Sammlung abbilden.

Nach welchen Kriterien werden die Kunstwerke in die DZ BANK Kunstsammlung aufgenommen?

Leber: Zunächst muss das Kunstwerk in die Richtlinien passen, über die wir bereits gesprochen haben. In diesem Gerüst kann man sich ganz gut bewegen. Es war der DZ BANK immer ein Anliegen, junge Künstler und Talente zu fördern. Vor einigen Jahren hat die DZ BANK Stipendien vergeben, zum Beispiel an Thomas Demand. Wie er haben sich viele Künstler seit damals wunderbar entwickelt.

Mit 6.000 Werken von fast 600 Künstlern gehört sie Sammlung der DZ BANK zu den wichtigsten Sammlungen für zeitgenössische Fotografie. Wie hält man eine Sammlung lebendig?

Leber: Ich würde das gern am Beispiel der aktuellen Ausstellung „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ beschreiben. Wenn wir uns für ein Ausstellungsthema entscheiden, dann forschen wir nach wichtigen Positionen oder Aspekten, die zu diesem Thema in unserer Sammlung noch fehlen. Nach dieser Recherche gehen wir auf die Suche, auf Kunstmessen, in Galerien, bei Künstlern und ergänzen entsprechend, um alle Details abbilden zu können, zum Beispiel Materialien, die es heute in der Fotografie gibt, oder verschiedene künstlerische Herangehensweisen.

Sabau: In dieser Ausstellung sind einerseits Arbeiten, die wir bereits in den Anfängen der Kunstsammlung 1994 gekauft haben, zum Beispiel Fotografien von Thomas Wrede, andererseits aber auch neue Positionen. Ganz aktuell befindet sich in der Ausstellung ein Werk von Ulrich Gebert, das wir erst vor drei Wochen auf der Art Basel gekauft haben. Die Arbeit von Mona Mönnig stammt aus der Ausstellung „Gute Aussichten“, die Kunstabsolventen letztes Jahr in der DZ BANK gezeigt haben.

Gibt es auch verpasste Gelegenheiten, Situationen, in denen Sie nicht zugegriffen haben und Ihnen ein Kunstwerk „durch die Lappen ging“?

Sabau: Nein, es gibt wenige einmalige Gelegenheiten. Die Angebote wiederholen sich nach ein paar Jahren. Denn Fotografie in der zeitgenössischen Kunst wird in der Regel in Auflagen produziert, d.h. es gibt mehrere Exemplare desselben Bildes. Wir sind jetzt in der angenehmen Lage, auf einen Bestand zurückgreifen zu können, der so umfangreich ist, dass Lücken nicht so schmerzhaft sind. Natürlich haben wir immer noch Wünsche, die eine oder andere Fotografie mag ausverkauft sein, aber wir sind zuversichtlich, dass sie auf den Markt irgendwann wiederkommen.

Wie hat sich das Medium Fotografie in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Wie kann man das an Ihrer Sammlung ablesen?

Leber: Um es mit einer provokativen Hypothese zu versuchen: Die Fotografie ist aus der Technologieentwicklung des 19. Jahrhunderts entstanden. Physiker und Chemiker haben sich Jahrzehnte lang mit dem Abbildungsprozess beschäftigt. Die digitale Technik, die ja immer stärker in den Vordergrund zu treten scheint, rückt vom chemischen Verfahren weg zum geplotteten Ausdruck. Auf einem Tintenstrahldrucker hergestellte Bilder, die nicht wie gewohnt in einer Dunkelkammer entwickelt wurden, sondern am Computer bearbeitet sind und mit pigmentierter Tusche gedruckt werden, was hat das noch mit Fotografie zu tun? Es ist eine Weiterentwicklung und nähert sich im Verfahren wieder der Malerei oder vielleicht besser der Druckgrafik an. Das finde ich sehr interessant. Ich bin sehr gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird. Es wird natürlich immer Künstler geben, die auf chemischen Verfahren bestehen, weil sie eine ganz andere Wirkung haben. So ähnlich wie das Hören einer Schallplatte oder eines MP3-File.

Sabau: Man darf die Diskussion über Fotografie dennoch nicht nur auf die Technik reduzieren. Es gibt natürlich auch Zwänge, die der Technik geschuldet sind, aber das steht für uns Kunsthistoriker nicht im Vordergrund. Die Entscheidung, ob eine Fotografie in die Sammlung kommt, hängt allein von der Qualität des Bildes ab.

Die Sammlung ist auch für Ihre Mitarbeiter von großer Bedeutung. Kunst in den DZ BANK Büros, kann man sich das aussuchen?

Leber: In den ersten Jahren konnten sich die Kolleginnen und Kollegen Kunst aus dem Depot aussuchen. Wir wissen allerdings, dass Tageslicht den Kunstwerken langfristig schadet. Deshalb gibt es qualitätvolle Drucke von unseren Arbeiten, die wir rahmen lassen und die in den Büros hängen können. Das hat den Vorteil, dass die Mitarbeiter sich nicht auf kleine Formate beschränken müssen, so kann man sich auch zum Beispiel einen Andreas Gursky aussuchen.

Das Interview führte Gudrun Herz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Der Videokünstler William Kentridge im IG-Farben-Haus

19.04.2011

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Seit 2010 kooperiert das Städel Museum mit dem Historischen Seminar der Frankfurter Goethe Universität. Zeitgenössische Videokunst zum Thema „Geschichtspolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“ wurde im vergangenen Semester von Studierenden, Professoren und Städel-Mitarbeitern lebendig diskutiert. Einer der Seminar-Filme „Zeno Writing“ des südafrikanischen Filmemachers William Kentridge wird nun in der „Studiengalerie 1.357“ präsentiert. Wer mehr über den renommierten Künstler und seine fantastisch animierten Zeichnungen wissen möchte, ist herzlich zur Ausstellungseröffnung am 20. April 2011, um 20 Uhr eingeladen. Es sprechen Dr. Martin Engler, Leiter der Sammlung Kunst nach 1945 am Städel Museum, und die Seminarteilnehmerinnen Adela Demetja und Vivien Trommer.

William Kentridge, Zeno Writing (Film still), 2001

Seit nahezu 20 Jahren schafft der 1955 in Johannesburg geborene Zeichner, Animationsfilmer und Theaterregisseur William Kentridge multimediale Videoprojektionen, die Formen des Puppentheaters mit animierten Kohlezeichnungen kombinieren. Im Film „Zeno Writing“, der 2001 als Auftragsarbeit für die documenta XI entstand, setzt sich Kentridge auf mehreren Ebenen mit dem Bild als Medium und Erinnerung als Bild auseinander.

William Kentridge, Zeno Writing (Film still), 2001

Kentridges Film gibt Rätsel auf: Erzählt wird die Geschichte eines in Ängsten und Sehnsüchten gefangen jungen Mannes vor dem Hintergrund des Ersten Weltkrieges, der rasanten Industrialisierung und der gesellschaftlichen Transformation des beginnenden Jahrhunderts. Verschlüsselte Kohlezeichnungen werden mit Schrift zu Symbolen verwoben, Scherenschnitte und Projektionen setzt Kentridge zu wunderbaren Traumwelten zusammen. Dazwischen schneidet der Künstler Archivmaterial und reale Videos und kreiert aus dem gesamten Filmmaterial eine poetische, traumähnliche Bildsprache mit zahlreichen Referenzen zu berühmten Kinofilmen.

William Kentridge, Zeno Writing (Film still), 2001

Die Filmmusik spielt dabei eine herausragende Rolle: In „Zeno Writing“ bestimmen langsame, düstere Klänge klassischer Musik die ersten Szenen, gefolgt von melodischem Gesang, der in wütendem Crescendo ansteigt. Geräusche von schreibenden Stiften und den Anschlägen alter Schreibmaschinen übertönen die orchestrale Inszenierung. Im Zusammenspiel von Musik und Bild wird die Geschichte als ein breitgefächertes Panorama präsentiert.

William Kentridge, Zeno Writing (Film still), 2001

„Ich glaube, dass die Unbestimmtheit der Zeichnung, die Zufälligkeiten, mit denen Bilder in ein Werk gelangen, ein Modell dafür liefert, wie wir unser Leben führen“, so Kentridge über seine Arbeit. Erinnerung, Geschichte und Subjektivität sind im audio-visuellen Drama von „Zeno Writing“ untrennbar miteinander verknüpft – nicht statisch und abgeschlossen, sondern in einem sich beständig wandelnden, dynamischen Prozess.

Mehr von William Kentridge wird ab Februar 2012 in der Sammlung der Gegenwartskunst des neuen Städel präsentiert. Die Video-Ausstellung im IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend ist bis zum 2. Juni 2011 in der „Studiengalerie 1.357“ zu sehen.

Vivien Trommer, Studiengruppe „Geschichtspolitik, Gedächtniskultur und Bildgebrauch“

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Sanierung der Städelschule abgeschlossen

15.04.2011

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Nach einer rund zehnmonatigen Bau- und Renovierungsphase konnte die Sanierung der Frankfurter Städelschule abgeschlossen werden. Bei der heute stattfindenden Pressekonferenz und abschließenden Baubegehung durch das Städel Museum als durchführenden Bauherrn, das Architekturbüro schneider+schumacher sowie der Stadt Frankfurt wurde das an der Dürerstraße gelegene Gebäude an die Mitarbeiter und Studenten der Kunsthochschule übergeben. Durch eine Investition im Gesamtvolumen von fünf Millionen Euro, die von der Stadt Frankfurt aufgebracht wurde, konnte eine umfassende denkmalgerechte und energetische Sanierung der weltweit führenden Kunsthochschule durchgeführt sowie das Lernumfeld der Studierenden verbessert werden.

Die Fenster der Außenfassade erstahlen in neuem Glanz.

Die Fassade des denkmalgeschützten Nachkriegswiederaufbaus wurden saniert, die Dachaufbauten erneuert und um eine Wärmedämmung ergänzt sowie die originalen 50er Jahre Stahl-Fenster mit einer 2-Scheiben-Sonnenschutz-Verglasung aufgearbeitet.

Podium der Pressekonferenz (v.l.n.r.): Heinz-Jürgen Bokler, Max Hollein, Prof. Dr. Felix Semmelroth, Prof. Nikolaus Hirsch, Prof. Michael Schumacher, Till Schneider


Die behutsame Sanierung bewahrt den einzigartigen Charme des Gebäudes.

Zusätzlich wurden die Geschossflächen des Altbaus auf 3.300 m² behutsam renoviert und originalgetreu aufgearbeitet. Die noch weitestgehend aus den 50er Jahren stammende Haustechnik – darunter Sanitär- und Heizungsanlagen sowie Elektrik – wurde modernisiert sowie um umfassende EDV- und Brandmeldeanlagen ergänzt. Die Arbeiten im Außenbereich des Geländes befinden sich derzeit in den letzten Schritten.

Handläufe und Geländer wurden denkmalgerecht aufgearbeitet.

Sowohl die Sanierung der Städelschule als auch die Erweiterung des Städel Museums werden von schneider+schumacher geplant und betreut. Die Gründer des renommierten Architekturbüros Till Schneider und Michael Schumacher waren selbst Absolventen der Architekturklasse der Städelschule.

Professoren, Studenten und Verwaltung können zurück an die Dürerstraße ziehen.

Zur jährlichen Rundgang-Ausstellung am 29. April 2011 öffnet die Städelschule, erstmals wieder ihre Türen für die Öffentlichkeit. Während des gesamten Wochenendes präsentieren rund 190 Studenten ihre Arbeiten jeweils von 10 bis 20 Uhr in den verschiedenen Räumlichkeiten der Städelschule.

Axel Braun, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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