Vierter Teil der Serie zur Baugeschichte des Städel Museums: Wiederaufbau in den 1960er-Jahren

30.07.2010

In den ersten Teilen der Serie konnten Sie den Weg des Städel Museums vom Roßmarkt an den Main verfolgen – bis hin zum Bau des ersten Erweiterungsbaus, dem Gartenflügel. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude des Städel Museums stark zerstört. Den Wiederaufbau in den 1960er-Jahren und die damit einhergehenden architektonischen Veränderungen stellen wir Ihnen heute vor.

Die Zerstörungen am westlichen Seitenteil des Sommer-Baus.

Die Zerstörungen am westlichen Seitenteil des Sommer-Baus.

Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg wurde der 1878 erbaute Mainflügel stark zerstört. Auf den Eckbauten errichtete Flaktürme sollten das Gebäude besonders  schützen, dennoch wurde es schwer beschädigt, einige Teile wurden völlig zerstört. Das Ausmaß der Beschädigungen zeigen die historischen Aufnahmen.

Ein Bombentreffer im Mittelbau des Städel beschädigte das Gebäude so stark, dass das Treppenhaus nicht wieder in der alten Form aufgebaut werden konnte.

Ein Bombentreffer im Mittelbau des Städel beschädigte das Gebäude so stark, dass das Treppenhaus nicht wieder in der alten Form aufgebaut werden konnte.


Architektonische Veränderungen beim Wiederaufbau des Museums

Das wieder aufgebaute Städel: rechts der Eckrisalit von Johannes Krahn.

Das wieder aufgebaute Städel: rechts der Eckrisalit von Johannes Krahn.

In mehreren Etappen wurde das Museum in den 1960er-Jahren wieder aufgebaut. Der nur leicht beschädigten Gartenflügel wurde in Abschnitten wieder nutzbar gemacht. Der Bau von Oskar Sommer, der Mainflügel, wurde bis 1963 unter der architektonischen Leitung des Frankfurter Architekten Johannes Krahn wieder aufgebaut und um einzelne Bauteile ergänzt. Der gesamte Altbau wurde wiederhergestellt, Seitenteile und das Haupttreppenhaus – im Krieg völlig zerstört – wurden im Stil der Zeit ergänzt. Auch Änderungen und Verbesserungen an der Raumaufteilung und der Lichtführung wurden vorgenommen. Die auffälligste Veränderung stellen jedoch die Eckrisalite dar. Krahn schuf an dieser Stelle sandsteinverkleidete Kuben mit kaum sichtbaren Sichtschlitzen, die sowohl dem Schlichtheitsideal seiner Zeit und zugleich dem bürgerlichen Repräsentationsansprüchen des Sommer-Baus entsprachen.

Bis zum 150. Todestages des Stifters Johann Friedrich Städel am 2. Dezember 1966 wurde der bereits provisorisch hergerichtete Gartenflügel sorgfältig renoviert und umgebaut. Damit waren die Wiederaufbau-Arbeiten abgeschlossen. Die Wiedereröffnung wurde mit einer bedeutenden Ausstellung begangen, die dem berühmten Frankfurter Barockmaler Adam Elsheimer gewidmet war. Anlass gab die bleibende Zusammenführung von in der ganzen Welt verstreuten Einzeltafeln des zentralen Werkes Elsheimers, des sogenannten Kreuzaltares, für die Museumssammlung.

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Erste Elemente für die Deckenschale erreichten das Städel per Schiff

07.07.2010

Gestern Abend wurden rund 50 Elemente für die Deckenschale des Erweiterungsbaus per Schiff angeliefert. Diesen spannenden Moment haben wir für Sie mit der Kamera begleitet.

Ankunft am Schaumainkai

Ankunft am Schaumainkai

Für die Erstellung des ersten Abschnitts der markanten Deckenschale des Städel-Erweiterungsbaus wurden am Dienstagabend 47 Schalungselemente mit einer Größe von je 3,70 m x 3,70 m und einem Gewicht von je 500 kg angeliefert. Doch nicht nur die Anzahl und die Ausmaße der einzelnen Elemente sind dabei beeindruckend, vor allem der Transport war aufsehenerregend: Die Schalungskörper wurden vom Produktionsort Hannover per Schiff angeliefert.

Die ersten Schalungselemente werden abgeladen.

Die ersten Schalungselemente werden abgeladen.


Aufladen zum Weitertransport auf die Baustelle.

Aufladen zum Weitertransport auf die Baustelle.


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Das Schiff legte gegen 19.30 Uhr am Mainufer unmittelbar vor dem Städel Museum an. Mit Hilfe eines auf einem Schwimmponton montierten Krans wurden die Elemente ab 20 Uhr auf bereitstehende Anhänger geladen, um die Schalungselemente vom Ufer über die Dürerstraße zur Städel-Baustelle zu transportierten.

Ankunft an der Baustelle

Ankunft an der Baustelle

Die dreidimensional gefrästen und polyurethanbeschichteten Schalungskörper aus glasfaserverstärktem Kunststoff wurden eigens für den Städel-Erweiterungsbau angefertigt. Mit diesen Schalungselementen wird der erste von fünf Abschnitten der Deckenschale gegossen.

Schaltische für das Aufsetzen der Schalungselemente.

Schaltische für das Aufsetzen der Schalungselemente.


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Die Elemente werden zunächst auf Schaltische aufgesetzt. Danach wird die Bewehrung (Baustahlgitter) in der durch den Schalungskörper vorgegebenen Form erstellt. Im Anschluss daran wird Beton auf die Fläche gegossen. Nach der Aushärtungszeit werden die Schaltische und die Schalungselemente entfernt und zum Gießen des nächsten Abschnitts verwendet.

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Aktuelles von der Städel-Baustelle

05.07.2010

Zuletzt konnten Sie sich beim großen Stiefeltag am 8. Mai einen Eindruck vom Baufortschritt verschaffen. Die Arbeiten am Rohbau sind seitdem zügig voran gegangen, was die aktuellen Aufnahmen von der Baustelle anschaulich zeigen.

Blick über das gesamte Baufeld mit dem Gartenflügel im Hintergrund.

Blick über das gesamte Baufeld mit dem Gartenflügel im Hintergrund.

Bereits Anfang Mai wurde der erste Abschnitt der Bodenplatte entlang des Ausstellungshauses gegossen. Dieser Teil der Platte konnte zum Stiefeltag am 8. Mai von den Besuchern erstmals begangen werden.

Artikel_Städel-Baustelle_ Juni_5

Im Anschluss wurden in diesem Bereich in den vergangenen Wochen die Außenwände sowie die Zwischenwände erstellt. Letztere trennen den Umlauf für die Versorgungs- und Fluchtwege von den Ausstellungsräumen.

Artikel_Städel-Baustelle_ Juni_1

Parallel zur Erstellung der Wände im ersten Abschnitt wurde entlang des Gebäudes der Städelschule der nächste Abschnitt der Bodenplatte gegossen. Aktuell ist damit gut die Hälfte der gesamten Bodenplatte fertig gestellt. Auch die Errichtung der Außenwände und der Zwischenwand für den Umlauf ist in diesem Bereich in vollem Gange.

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Wegen der hohen Nutzungsanforderung der Räume des Erweiterungsbaus wird die sogenannte „weiße Wanne“ (wasserundurchlässiges Bauwerk) zusätzlich durch eine außen liegende Spezialfolie sowie im Bereich der Pfahlköpfe durch angeordnete Betonitmatten abgedichtet.

Aufnahme der Unterfangungsarbeiten des Fundamentes und der Horizontalaussteifungen im Altbau vom 9. Juni 2010.

Aufnahme der Unterfangungsarbeiten des Fundamentes und der Horizontalaussteifungen im Altbau vom 9. Juni 2010.

Der Gartenflügel wird in den Planungen mit großer Sorgfalt in das neue Tragsystem eingebunden. Über den Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Bau wird der Erweiterungsbau erschlossen und angebunden werden. Da die Fundamentsohle des neuen Anbaus tiefer liegt, als die des Altbaus, muss das Fundament des historischen Baus unterfangen werden. Zunächst wurden im März die Decken des Metzler-Saals im Gartenflügel und des davor liegenden Alten Foyers entfernt. Für die Unterstützung und Sicherung des Gebäudes werden mittels Hochdruckinjektion präzise ins Erdreich eingeschnittene Wände und Kleinbohrpfähle erstellt. Die Arbeiten zum Unterfangen des Fundaments werden Ende September abgeschlossen sein.

Die vorhandene historische Bausubstanz wird während der Bauzeit mit einer zusätzlichen temporären Stahlkonstruktion versteift und abgefangen, damit die Räume, die den Altbau mit dem Erweiterungsbau verbinden werden, errichtet werden können.

Bereits in dieser Woche wird der erste von vier Teilen der geschwungenen Deckenschale im Bereich entlang des Ausstellungshauses auf ein Hilfsgerüst aufgesetzt. Über diesen spannenden Moment werden wir natürlich auch hier im Blog berichten.

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Video zur Architektur des Städel-Erweiterungsbaus

15.04.2010

Am unterirdischen Erweiterungsbau des Städel Museums wird bereits zügig gebaut. Im Video erläutern die Architekten Till Schneider und Michael Schumacher ihren zukunftsweisenden Entwurf und gewähren einen ersten Einblick in die neuen Museumshallen.

Wir haben die Frankfurter Architekten Till Schneider und Michael Schumacher in ihrem Büro besucht, wo sie anhand von Plänen und Modellen die komplexe Architektur des Erweiterungsbaus anschaulich erklären. Anhand einer Animation wird der Betrachter virtuell durch das neue Museumsgebäude geführt und bekommt so ein Gefühl für die großzügigen Räume.

schneider+schumacher platzieren die großzügige neue Museumshalle unter den Städel-Garten. Das Gebäude wird über eine zentrale Achse vom Haupteingang des 1878 am Schaumainkai fertig gestellten Museumsgebäudes von Oskar Sommer erschlossen. Durch das Öffnen der beiden Bogenfelder rechts und links der Treppe im Hauptfoyer wird der Besucher auf das Niveau des Alten Foyers im Gartenflügel – einem Anbau vom Anfang des 20.Jahrhunderst – gelangen. Von hier aus wird eine Treppe in die unter dem Garten gelegenen 3.000 Quadratmeter großen Hallen des Erweiterungsbaus führen. Kreisrunde Oberlichter mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Metern werden die Gartenhallen mit natürlichem Licht versorgen und sich als einprägsames Muster über die Gartenfläche ausbreiten. Die begehbare Aufwölbung der Deckenschale wird mit Rasen bepflanzt und von außen als fester Bestandteil der Topographie des Gartens wahrgenommen.

Gehen Sie mit den Architekten bereits jetzt auf eine Entdeckungsreise durch das neue Städel.

Marijke Gassen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Aktuelles von der Städel-Baustelle

03.03.2010

Die Vorbereitungen für das Gießen der Bodenplatte gehen zügig voran. Aktuelle Fotos von der Baustelle geben einen Eindruck davon, was zurzeit auf der Städel-Baustelle passiert.

Blick auf die Baustelle mit dem Gartenflügel im Hintergrund.

Blick auf die Baustelle mit dem Gartenflügel im Hintergrund.

Die 300 Bohrpfähle, die bisher rund um die Baugrube in das Erdreich eingebracht wurden, wurden in den vergangenen Wochen rückverankert. Die Anker sorgen dafür, dass die Bohrpfähle beim weiteren Aushub des Bodens nicht durch den Erddruck in die Baugrube gedrückt werden. Die Rückverankerungsarbeiten sind nun fast vollständig abgeschlossen.

Rechts die Bohrpfähle mit eingebrachter Rückverankerung (gelb).

Rechts die Bohrpfähle mit eingebrachter Rückverankerung (gelb).


Brunnen für die Wasserhaltung.

Brunnen für die Wasserhaltung.

Auch die insgesamt 16 Brunnen für die Wasserhaltung in der Baugrube sind bereits fertig gestellt.

Das Großdrehbohrgerät im Einsatz.

Das Großdrehbohrgerät im Einsatz.

Seit Mitte Februar werden ca. 100 weitere Pfähle auf der gesamten Baufläche gebohrt, die zur Verankerung der Bodenplatte dienen werden. Bereits die Hälfte der Pfähle ist fertig gestellt.

Die Geothermie-Bohrungen zur zukünftigen Nutzung der Erdwärme für Heizung und Kühlung des Erweiterungsbaus beginnen am 15. März. Der parallel stattfindende Erdaushub geht zügig voran und wird bis April abgeschlossen sein. Dann kann bereits mit dem Gießen der Bodenplatte begonnen werden.

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Dritter Teil der Serie zur Baugeschichte des Städel Museums: Der Gartenflügel

04.02.2010

Die Anfänge des Städel Museums am Roßmarkt und in der Neuen Mainzer Straße sowie den 1878 entstandenen Neubau am Museumsufer haben wir Ihnen in den ersten beiden Teilen der Serie vorgestellt. Doch auch der Platz im Oskar-Sommer-Bau am Schaumainkai reichte Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr aus. Die erste Erweiterung – den Bau des Gartenflügels – stellen wir Ihnen heute vor.

Der Gartenflügel, um ??

Historische Aufnahme vom Gartenflügel

Erste Erweiterung des Gebäudes am Schaumainkai

Seit 1878 befand sich das Städelsche Kunstinstitut nun in dem eigens für den Museumszweck errichteten Gebäude am Mainufer. Doch schon bald sollte die Ausstellungsfläche für die Präsentation der umfangreichen und wachsenden Bestände nicht mehr ausreichen. Zur stetigen Vergrößerung des Sammlung hatte nicht zuletzt der 1899 gegründete Städelsche Museums-Verein maßgeblich beigetragen. Durch die Gründung der in das Städel Museum integrierten Städtischen Galerie im Jahr 1907 wurde der Bestand zeitgenössischer Gemälde wesentlich vermehrt. Die erste Erweiterung des Gebäudes am Schaumainkai wurde unumgänglich.

Die Architektur des Gartenflügels

1912 schrieb die Administration des Städel den Wettbewerb für einen Anbau aus, den die Architekten Hermann von Hoven und Franz Heberer gewannen. Die Entwürfe sahen einen parallel zum Altbau platzierten Trakt vor, der sich an die Südseite des Mainflügels von Oskar Sommer zum Garten hin anschloss. Die Architekten gestalteten den Gartenflügel etwas zurückhaltender als den Sommer-Bau. Sie griffen klassizierende und altägyptisch inspirierte Formen auf und verblendeten die Fassade mit hellem und dunklem Stein.

Im Mai 1915 wurde mit dem Bau des Gartenflügels begonnen. Kriegsbedingt wurden die Arbeiten im Rohbau Ende 1916 eingestellt und erst nach 1918 erneut aufgenommen. Das Obergeschoß des neuen Gartenflügels wurde im November 1920 fertig gestellt und am 21. Mai 1921 mit der Präsentation von Gemälden des 19. und 20. Jahrhunderts aus dem Besitz der Städtischen Galerie und des Städelschen Kunstinstituts eröffnet. 1925/26 folgte der endgültige Ausbau des Untergeschosses mit Eingangshalle und Vortragssaal.

Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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