Prominenter Stiefelträger in der Sammlung des Städel Museums: Carl Justinian von Holzhausen
20.11.2009
Bürgerschaftliches Engagement hat am Städel Tradition. Der Stifter Adolph von Holzhausen (1866-1923) vermachte dem Städel Museum 1923 die Ahnengalerie der Frankfurter Familie Holzhausen. Darunter befindet sich auch ein Porträt von Carl Justinian von Holzhausen. Ob er bereits an den Erweiterungsbau gedacht hatte, als er sich in gelben Stiefeln porträtieren ließ?
Fast 700 Jahre lang, von 1245 bis 1923, gehörte das Adelsgeschlecht Holzhausen zu den angesehensten Patrizierfamilien in Frankfurt. Etwa 70 Mal stellten über 30 Angehörige der Familie den Bürgermeister von Frankfurt. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts beteiligte sich die Familie am Fernhandel, danach beschränkte sie sich auf die Verwaltung ihrer zahlreichen Liegenschaften. In der Umbruchszeit des beginnenden Humanismus und der Reformation prägten vor allem Hamann von Holzhausen (1467-1536) und sein Sohn Justinian (1502-1553) mit ihren Kontakten zu Erasmus von Rotterdam und Martin Luther den reformatorischen Geist der Freien Reichsstadt. Mit Adolph von Holzhausen (1866-1923) starb der ältere Zweig der Familie im Mannesstamm aus. Er vermachte dem Kunstgewerbemuseum zahlreiche Kunstgegenstände, der Stadtbibliothek seine Bücher, dem Stadtarchiv das Familienarchiv und der Stadt das Holzhausenschlösschen. Dem Städel überließ Adolph von Holzhausen 1923 die Ahnengalerie seiner Familie, die bis in die Zeit der Renaissance zurückgeht. Bereits 1911 waren die etwa 70 Bilder als Leihgaben an das Städel gekommen.
Uns ist aus der Porträtsammlung nun ein Werk besonders ins Auge gestochen: das Bildnis von Carl Justinian von Holzhausen (1750-1793). Denn dieser trägt auffällige gelbe Stiefel, die stark an die gelben Benefiz-Stiefel erinnern – dem Erkennungszeichen der Spendenkampagne für das neue Städel. Somit reiht sich der Vorfahr von Stifter Adolph von Holzhausen perfekt in die Reihe der prominenten Stiefelträger ein.
Zeigen auch Sie Ihr Engagement fürs Städel und werden Sie zum Stiefelträger.
Julia Boberski, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit







