Start des großen Erweiterungsprojektes
24.08.2009

Pressekonferenz, 24. August 2009, Städel Museum, v.l.n.r: Prof. Dr. h. c. Nikolaus Schweickart, Prof. Michael Schumacher, Max Hollein, Prof. Dr. Felix Semmelroth, Lothar Leonhard, Heribert Bruchhagen
Ein wegweisender Tag für die Städel-Erweiterung: Wie wir heute auf der Pressekonferenz – ich gebe es zu mit etwas Stolz – verkünden konnten, sind die Planungen für den Erweiterungsbau weitestgehend abgeschlossen. Die Finanzierung ist bereits zu rund 80 Prozent gesichert. Wichtige Teile der Städel-Sammlung werden auch während der Umbauphase und trotz Baustelle zugänglich bleiben. Andere werden in Form von Ausstellungstourneen einem großen internationalen Publikum präsentiert. Insgesamt also hervorragende Vorzeichen für den feierlichen Spatenstich am 6. September 2009, wenn es heißt: „Frankfurt baut das neue Städel. Bauen Sie mit!“
Große Gartenhallen für die Kunst nach 1945
Mit der Idee einer unterirdischen Museumshalle haben die Frankfurter Architekten schneider+schumacher im Februar 2008 den vom Städel ausgeschriebenen internationalen Architekturwettbewerb mehr als zu Recht gewonnen. Dieses neue, großartige und dabei auch hochsensible Gebäude unterhalb des Gartens wird über eine zentrale Achse vom Haupteingang auf der Mainseite erschlossen. Kreisrunde Oberlichter mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Metern werden die Gartenhallen mit natürlichem Licht versorgen und sich als einprägsames Muster über die Gartenfläche ausbreiten. Durch seine großzügige Architektur wird es optimale Bedingungen für die Präsentation der Kunst nach 1945 bieten und damit endlich einen adäquaten Raum für diesen Sammlungsteil des Städel bereitstellen.
Die Sammlung während des Umbaus
Trotz umfangreicher Umbau- und Sanierungsmaßnahmen kann der an der Holbeinstraße gelegene Westflügel des Städel während der gesamten Bauphase als Ausstellungshaus erhalten bleiben. Hier wird nach der großen Botticelli-Ausstellung im Herbst ab April nächsten Jahres eine umfassende Retrospektive des Werks des großen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner gezeigt. Danach folgt eine Präsentation mit Meisterwerken aus unserer Sammlung. Darüber hinaus haben wir die Chance ergriffen, während der Bauarbeiten Werke unserer Sammlung in Form von Ausstellungstourneen einem neuen internationalen Publikum vorzustellen. „Meisterwerke des 19. und 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Städel Museums“ können in Lausanne, Melbourne und einer weitern Station gezeigt werden. Eine Ausstellung mit Arbeiten holländischer und flämischer Malerei des „Goldenen Zeitalters“ wird nach Bilbao, Tokyo und eine weitere Station in Japan reisen.
Finanzierung bereits zu 80 Prozent gesichert
Die Kosten für den Erweiterungsbau werden rund 30 Millionen Euro betragen. Für die Sanierung des Altbaus – hier geht es vor allem um Barrierefreiheit, Fluchtwege und Brandschutzmaßnehmen – sind weitere zehn Millionen Euro veranschlagt. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen ist die Errichtung eines Erweiterungsbaus in solch einem Umfang ein ambitioniertes Projekt. Umso mehr freut es mich, dass durch großzügige Spenden und Förderungen von Privatpersonen, Stiftungen, Unternehmen sowie öffentliche Stellen bislang bereits 80 Prozent der Gesamtkosten gesichert werden konnten. Es ist beeindruckend, wie viele Partner sich für dieses Projekt persönlich engagieren. Jetzt geht es richtig los – engagieren auch Sie sich. Bauen Sie mit uns das neue Städel.
Max Hollein, Direktor des Städel Museums


